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Sandra Ahrens
Landesvorsitzende |
Kinder
kriegen Kinder
Die Anzahl der Schwangerschafts-abbrüche hat sich in Bremen
erhöht. In 2004 ließen 1.835 Bremerinnen abtreiben, 91
waren minderjährig, fünf davon unter 15 Jahren. Dies
entspricht einem Anteil von 4,95 %, während der Anteil 1997
noch bei 3,51 % lag. Durchschnittlich nehmen seit dem Jahr
2000 rund 90 minderjährige Frauen unter 18 Jahren einen
Abbruch vor. Dagegen hat sich die Anzahl junger Frauen, die
sich für ihr Kind entschieden haben auf einem hohen Niveau
bei durchschnittlich 75 Geburten pro Jahr eingependelt.
Auch wenn die Zahl nicht weiter ansteigt, liegt Bremen
damit bundesweit im Spitzenbereich. Darüber hinaus ist die
Anzahl der Geburten bis zum 24. Lebensjahr wesentlich höher
als im Bundesgebiet. So wurden beispielsweise im Jahr 2003
5.578 Kinder lebend geboren. 286 Kinder hatten eine Mutter
unter 20 Jahren und weitere 1.118 Kinder eine 20 bis 24
Jahre alte Mutter.
Innerhalb des Landes Bremen unterscheidet sich die
altersspezifische Geburtenziffer zwischen Bremen und
Bremerhaven noch einmal erheblich. Bis zum Alter von 20
Jahren bekommen Frauen in Bremerhaven mehr als doppelt so
viele Kinder wie die gleichaltrigen Frauen im Bundesgebiet.
Im Rahmen der Podiumsdiskussion versuchten die Anwesenden
Gründe hierfür zu finden. Für Anneke Garst vom Wohnprojekt
Casa Luna und für Dr. Gisela Gille von der Ärztlichen
Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau steht fest,
dass der an den Schulen erteilte Sexualkundeunterricht zu
trocken ist. „Der trockene Lehrstoff geht bei den Kindern
ins eine Ohr rein und kommt aus dem anderen wieder raus“.
Es müssen praktische Beispiele eingebaut werden, so wie das
so genannte Babybedenkzeit-Projekt, bei dem Kinder am
Babysimulator lernen, dass die Winzlinge schreien,
gewickelt und gestillt werden müssen.
Aufklärung alleine reicht jedoch nicht, da viele junge
Frauen als Grund für die Teenagerschwangerschaft mangelnde
Zukunftsperspektiven angeben. Doch gerade mit Kind fällt es
den jungen Müttern schwer ihren Schulabschluss nachzuholen
oder einen Einstieg in den Beruf zu finden. Nach einer
internen Statistik des Amtes für soziale Dienste lebten am
01.10.2003 914 Sozialhilfeempfängerinnen unter 25 Jahren
mit einem Kind unter drei Jahren in der Stadt Bremen. In
diesem Bereich arbeitet neben den Initiativen BeLeM und
Spagat auch das Projekt Mosaik, dass in Bremen eine
Förderkette implementiert hat. Für die Universität laufen
die EU-Gelder jetzt aus, wie es weiter geht ist zur Zeit
noch nicht geklärt.

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